HISTORISCHE ZEITACHSE
Unsere Geschichte
1880
DIE OBERE KLASSE AUF DEM LAND
Stilvoll und bequem
Wenn wir über The English Hatter sprechen, beginnen wir bei den Wurzeln des English Country Style. Dieser Stil entstand auf dem britischen Land, wo sich die höhere Klasse zum Sport und zur Entspannung zurückzog. Jagen, Reiten – solche Aktivitäten. Die Kleidung musste in erster Linie bequem sein, sich aber gleichzeitig von der Kleidung der Bauern und Landbewohner abheben.
1935
ENGLISCHE HÜTE IN AMSTERDAM
Das erste Geschäft
Im Amsterdam der 1930er Jahre sind Hüte und Mützen heiß begehrt. Für Gerard Reeser ist es der richtige Zeitpunkt, sich nach 26 Jahren treuer Dienste bei Hoedenmagazijn Meuwsen selbstständig zu machen. Am 8. Mai 1935 eröffnet er, mit finanzieller Unterstützung des Teehändlers Abraham Cijfer, die Türen von The English Hatter am Heiligeweg.
1935
EINE KOPFBEDECKUNG FÜR JEDEN
Trotz der vielen Hutgeschäfte im Zentrum gab es noch Raum für ein Geschäft, das sich mit importierten Hüten und Mützen aus England abhob, ergänzt durch Maßanfertigungen aus der Werkstatt hinter dem Laden. Damals verließ ein Mann selten ohne Kopfbedeckung das Haus. Die Wahl sagte etwas darüber aus, wer man war: Mütze oder Hut, Arbeiter oder Würdenträger. Bei The English Hatter spielte dieser Unterschied eine geringere Rolle. In der neuen Filiale um die Ecke des Blumenmarktes war jeder willkommen.
Damals gingen Handwerkskunst und Stil Hand in Hand. Das sieht man auf den Bildern von damals: Liebe zum Detail, Sorgfalt bei der Präsentation. Vielleicht etwas mehr als heute.
1942
IN KRIEGSZEITEN
What's in a name?
The English Hatter trug nicht immer denselben Namen. Während der deutschen Besatzung wurde ein Name, der auf England verwies, als weniger wünschenswert erachtet. Ab 1942 stand plötzlich „Reeser’s Heerenmode“ an der Fassade.
Eine Namensänderung scheint ein Detail zu sein, doch die Folgen gingen weiter. Auch der jüdische Geschäftspartner Abraham Cijfer verschwand, formell „vorübergehend außer Dienst“. Erst 1946 kehrte der ursprüngliche Name zurück, und damit auch Cijfer.
1945
QUALITÄT KENNT KEINE GRENZEN
Handwerkskunst steht an erster Stelle
Nach dem Krieg sind amerikanische Produkte äußerst beliebt. Der Stetson ist ein gutes Beispiel dafür. Die Herkunft ist dabei nicht ausschlaggebend. Es geht nicht darum, wo ein Hut hergestellt wird, sondern ob er unseren Qualitätsanforderungen entspricht. Der Stetson – genau wie der italienische Borsalino – steht für Handwerk und Qualität. Damals und noch heute.
1949
EINE FAMILIE ENTSTEHT
A chosen family
Nach dem Tod des Gründers Gerard Reeser übernimmt Casper Garrels die tägliche Geschäftsführung. Unter seiner Leitung entwickelt sich The English Hatter zu einem Familienunternehmen, in dem auch sein Sohn Casper jr. und dessen Ehefrau Hanneke Garrels-Broese eine wichtige Rolle spielen. Casper Garrels sr. bleibt jahrzehntelang das Gesicht des Geschäfts, bevor Casper jr. 1998 die Leitung übernimmt.
Obwohl The English Hatter heute formal kein Familienunternehmen mehr ist, ist dieses Gefühl geblieben. Eine enge Gruppe von Menschen, verbunden durch die Arbeit, das Produkt und einander. Eine „chosen family“ – keine Blutsverwandten, aber Geistesverwandte.
1955
IM RHYTHMUS DER JAHRESZEITEN
Was gut ist, bleibt
The English Hatter führt die Regenschirme der englischen Marke Fox Umbrellas in seinem Sortiment. Einen besseren Regenschirm werden Sie nicht finden – sie stellen sie bereits seit 1868 her. Ein echtes Saisonprodukt, denn bei The English Hatter passt sich das Sortiment traditionell den Jahreszeiten an. Nicht jeden Monat etwas Neues, sondern eine Kollektion, die Bestand hat. Einen Ausverkauf machen wir nicht. Nie gemacht. Denn eine Jacke, ein Schal oder ein Regenschirm, der dieses Jahr perfekt ist, ist es im nächsten Jahr immer noch.
1965
AN TRADITIONEN FESTHALTEN
Für Traditionen ist immer Platz
In den sechziger Jahren kommen Hüte aus der Mode. Sie gelten als altmodisch, als Symbol des Establishments. Für The English Hatter ist das kein Grund, sich anzupassen, sondern gerade ein Grund, an dem festzuhalten, was funktioniert.
In jenen Jahren wird eine mutige Entscheidung getroffen: Tradition ist keine Einschränkung, sondern eine Richtung. Seitdem bildet diese Überzeugung die Grundlage des Sortiments. Die von uns geführten Marken müssen dem entsprechen. Unsere eigenen Produkte liegen Seite an Seite mit diesen ikonischen Klassikern. Die Latte liegt hoch.
1966
ANPASSEN OHNE ZU VERLIEREN
Ein neuer Zeitgeist
Die sechziger Jahre bringen eine Welle des Wandels. Freiheit, Erneuerung und ein deutlicher Bruch mit der Vergangenheit. Auch in Amsterdam ist das spürbar. Um die Ecke von The English Hatter, am Spui, protestieren die Provo-Happenings gegen alles, was für die etablierte Ordnung stand. Hüte verschwinden aus dem Straßenbild. Was einst selbstverständlich war, fühlt sich plötzlich altmodisch an.
Für The English Hatter ist das der Moment, sich zu bewegen. Das Sortiment verlagert sich von Hüten und Mützen zu Herrenmode nach englischem Vorbild. Und selbst in den revolutionären Sechzigern bleibt die Nachfrage bestehen.
1975
BEZIEHUNGEN, DIE BLEIBEN
Für die lange Sicht
Anfang der siebziger Jahre entdecken Hanneke und Casper Garrels jr. auf einer Modemesse in Paris die schottische Marke William Lockie. In einer Zeit ohne Internet bedeutete dies, weiter nach Schottland zu reisen, um die Familie und die Macher hinter der Marke kennenzulernen. Diese Zusammenarbeit besteht noch immer. Nicht nur wegen der Qualität, sondern vor allem wegen des Vertrauens, das sich im Laufe der Jahre aufgebaut hat. Mehr als fünfzig Jahre später verkaufen wir die Pullover immer noch mit derselben Überzeugung.
2005
ALS FAMILIE
Ein Gefühl, das bleibt
Peter und Hans Kraan sind seit vielen Jahren eine feste Größe bei The English Hatter. Als Brüder symbolisieren sie etwas, das schon immer wichtig war: das Gefühl der Familie. Was einst als Familienunternehmen begann, ist es im formalen Sinne vielleicht nicht mehr, aber das Gefühl ist geblieben. Die Mitarbeiter, die Marken, mit denen wir seit Jahrzehnten zusammenarbeiten, und die Kunden, die immer wieder zurückkehren; sie alle sind Teile desselben Kreises. Wenn ein Stammkunde hereinkommt, fühlt es sich vertraut an. Fast so, als ob Familie zu Besuch käme.
2013
GEGEN DIE GESCHWINDIGKEIT
Und gerade deshalb relevant
Um 2013 ändert sich etwas. Plötzlich stehen junge Männer im Laden und suchen nach Mützen, auch inspiriert von Serien wie Peaky Blinders. Mode bewegt sich schneller denn je. Trends folgen schnell aufeinander und Kleidung wird immer häufiger etwas Temporäres.
Für The English Hatter ändert sich wenig. Wir tun weiterhin das, was wir schon immer getan haben. Und gerade dadurch ändert sich unsere Position. Was einst selbstverständlich war – Qualität, Handwerkskunst, zeitlose Produkte – bekommt eine neue Bedeutung. Heute nennen wir das: Slow Fashion.
HEUTE
FAST EIN JAHRHUNDERT UNTERWEGS
Fast ein Jahrhundert unterwegs, tun wir weiterhin das, was wir schon immer getan haben. Mit Sorgfalt, für Qualität und für das, was bleibt. Gleichzeitig blicken wir nach vorn. Auf das, was um uns herum geschieht, und darauf, wie eine neue Generation unsere Klassiker auf ihre eigene Weise trägt. Das bestätigt, was wir schon immer geglaubt haben: dass The English Hatter die perfekte Grundlage für den Gentleman des 21. Jahrhunderts bietet.